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25 November, 2025

Am 23. November 2025 kamen wir zu unserem ersten Leuchtturmtag zusammen, um in einem Workshop gemeinsam zu erarbeiten, wie unser queeres Village in Hamburg aussehen könnte. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was brauchen wir in unserem Haus, wofür muss Raum sein und wo könnte es entstehen?
Der Tag begann mit einem Austausch über mögliche Standorte. Neben St. Pauli wurden auch Stadtteile wie Altona, Eimsbüttel, St. Georg oder Wilhelmsburg in Betracht gezogen. Wichtig war allen eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und Carsharing-Angebote, um die Erreichbarkeit für alle zu gewährleisten. Ideen wurden diskutiert, um an passende Grundstücke zu gelangen.
Beim Thema Wohnen stand Flexibilität im Vordergrund: Die Wohnungen sollten barrierefrei sein und sowohl Einzelwohnungen als auch WG-Wohnen ermöglichen. Die Bewohner*innen sollten die Möglichkeit haben, je nach aktuellen Bedürfnissen soziales Miteinander oder Rückzugsorte haben zu können, beispielsweise mit großen Gemeinschaftsküchen und einer kleinen Kochgelegenheit in der eigenen Wohnung. Besonders wichtig war der Wunsch nach modularen Wohnkonzepten z.B. mit versetzbaren Wänden, um auf Veränderungen im Leben – wie Trennungen, Nachwuchs oder Pflegebedarf – reagieren zu können, ohne umziehen zu müssen. Das Ziel ist, dass wer möchte vom Lebensanfang bis zum -ende im queeren Village bleiben könnte und seine wechselnden Bedürfnisse dort Platz haben.
Ein zentraler Punkt war die Gestaltung von Gemeinschaftsräumen, die über das reine Wohnen hinausgehen. Betont wurde dabei, dass wir nicht nur Räume schaffen wollen, welche die Mitglieder des Queeren Leuchtturms brauchen oder sich wünschen. Wir wollen die queere Community der Stadt im Blick haben und mitdenken, da es in Hamburg an queeren Spaces mangelt.
Mehrzweckräume für Community Events, von Kultur bis Körperarbeit. Ein Café oder eine Bar, Ateliers und Proberäume, Bewegungs- und Entspannungsbereiche wie eine Sauna oder eine Bibliothek, aber auch praktische Räume wie eine gemeinsame Kleiderkammer oder eine Dachterrasse mit Platz für Hühner- oder Bienenhaltung. Auch Räume für Besucher*innen wurden als notwendig erachtet.
Bei der Finanzierung wurden solidarische Modelle wie die Bietemiete oder Kooperationen mit anderen queeren Projekten diskutiert, um das Projekt für alle zugänglich zu machen. Auch die Integration von Pflege-WGs wurde als wichtiger Baustein gesehen, um langfristig zusammenleben zu können. Diese Themen sollen in den nächsten Leuchtturmtagen weiter vertieft werden.
Am Ende des Tages stand ein klarer Zeitplan: In fünf Jahren soll der Einzug erfolgen. Bis dahin gilt es, Prioritäten zu setzen, modular zu planen und sich an mögliche Veränderungen der Gruppe anzupassen. Als nächste Schritte sind Beratungstermine mit Partner*innen, die Kontaktaufnahme mit Architekt*innen und die Sammlung von Ressourcen und Fähigkeiten innerhalb der Gruppe geplant. Die nächsten Treffen sind bereits terminiert, darunter ein Leuchtturmtag zur Finanzierung im Februar 2026.
Der Workshop zeigte, wie vielfältig und lebendig die Vorstellungen von einem queeren Wohnprojekt sein können – und wie wichtig es ist, gemeinsam Räume zu schaffen, die Sicherheit, Gemeinschaft und Flexibilität bieten.
Das große Ziel: Ein Ort, an dem wir leben, feiern, arbeiten und uns gegenseitig unterstützen können – und das bis ans Lebensende. Klingt gut, oder?
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